Tag 4: in Alteidet auf die Laslettind
 
Wir hatten den Wecker gestellt: bis um 10 wollten wir uns mit dem Besitzer des Campingplatzes Ansi Touristservice treffen, und Willy war pünktlich an der sonst verschlossenen Rezeption.
Wir wollten den Tag langsam angehen, gingen auf seinen Vorschlag ein, mit Schneeschuhen auf die nahe Laslettind zu wandern. Und wir sprachen die Touren der nächsten Tage durch - das winterliche Abenteuer Polarkreis sollte ja real werden:-).

Zuerst fuhren wir zurück nach Burfjord, wir wollten noch einkaufen, die nächsten Tage waren voll verplant, ob dann noch Zeit blieb, Vorräte aufzufüllen, war unklar.
Die Straßen waren irgendwie immer perfekt geräumt, obwohl stetig der pulvrige Schnee über die vereisten Straßen verweht wurde.

Eine wunderschöne Gegend, so ticke ich einfach.
Wir versuchten zuerst, so nahe wie möglich an die Zunge des Gletschers Øksfjordjøkelen zu kommen: Isfjordjøkelen ist der untere Teil des Gletschers, die Zunge talwärts. Und der ragte trotz der Schneemassen eisblau hervor: leider war es uns nicht möglich, noch näher an den Gletscher zu kommen, die Strecke war für den heutigen Tag einfach zu lang, der Schnee zu hoch ... mal sehen, was die Zukunft bringen wird ...
Also fuhren wir zurück, stoppten wahrscheinlich nahe des total vereisten Sees Jøkelfjordvannet - gesehen haben wir den See nicht: ganz im Gegenteil verriet das GPS ... wir querten den See. So ziemlich mittig durch ... aber wenn man das erst später bei der Sichtung der GPS-Daten merkt ... ist ja alles ok:-).
Und wirklich stieg der Weg einige 100 Meter nach dem Parkplatz an, wir liefen auf den Berg zu. Wir fühlten die Schneeschuhe zwar an unseren Füssen, aber der Schnee war so pulvrig, ohne die Bretter ... versank man sofort bis zu den Knien im Schnee. Ohne die Schneeschuhe ... wären wir niemals so vorwärts gekommen: also akzeptierten wir die zusätzliche Last an den Füssen und stiegen bergaufwärts weiter.
Wir liefen zuerst südlich, um aus den steilen Gebieten des Berges zu kommen - hier gibts garantiert auch Lawinen. Als Ausgleich ... gab es immer wieder gute Sicht zurück auf den am Ende nahe Alteidet zugefrorenen Altafjord.
Die letzten Meter waren anstrengend: die Höhenmeter zehrten an unseren Kräften, aber die Aussicht spornte wieder an.
Und so erreichten wir den Top der Laslettind (819m). Es war zwar wolkig, trotzdem entlohnte die Sicht auf die Fjorde für die anstrengende Tour.

Und natürlich trugen wir uns in das Gipfelbuch ein:-).
Das Weitwinkelobjektiv gestattete umwerfende Aufnahmen der Fjordlandschaft: die Tour hatte sich absolut gelohnt, wir waren Willy dankbar für die gute Idee.
Abwärts ging es auch nicht schneller als nach oben, die Schneeschuhe bremsten immens: eine Gruppe mit Ski überholte uns, das nächste Mal sind wir auch so dabei:-).

Nein, die Dämmerung stellte kein Problem dar, es war klar, wann es dunkel werden würde; wir hatten genügend Zeitreserven.
Katrin hatte die kleine Version der Schneeschuhe ... meine waren gut 30cm länger: aber ohne wären wir wohl niemals bis zum Gipfel gekommen.
Unsere 3 Paar Schneeschuhe füllten den Kofferraum des Toyotas so ziemlich vollständig: aber wir benutzten die Hilfen noch mehrfach in den nächsten Tagen, danke Willy, das war eine große Hilfe.

Abends trafen wir uns nochmals mit Willy, dem Besitzer des Campingplatzes Ansi Touristservice: wir machten die Tour des nächsten Tages fest, es sollte mit dem Schneemobil eine Tour gefahren werden - Treffpunkt um 11 in Alteidet.

Autostrecke:Einkaufen, Gletscher gucken, wandern: nein, wir waren keinesfalls in einer Einöde - mit kurzen Entfernungen konnten wir im Polarkreis viel sehen und erleben. Im Auto kutschierten wir bei den gut minus 20°C problemlos ...


Wandertour:... aber die Kälte machte unsere Tour nicht unmöglich: wir waren gut zwiebelgekleidet, das Wetter war ruhig, der Campingplatzbesitzer Willy wußte Bescheid - da konnte man die Tour schon angehen.

Wir starteten auf 130 Höhenmetern, erreichten das Ziel bei 819m: gut 700 Höhenmeter wurden somit auf einer Strecke von 6,8km bewältigt - für den Aufstieg brauchten wir etwas mehr als 2½ Stunden, der Abstieg klappte in 1 Stunde: bei den Schneeverhältnissen sicher ein akzeptabler Wert, insgesamt waren wir ja für die gesamte Tour auf und ab nur 4 Stunden unterwegs.

zum 3. Tag: die Lyngener Alpen
zum 5. Tag: mit dem Schneemobil zum Polvatnet

zur Übersicht Norwegen 2011 / Details der Reise 2011

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