Tag 4: am Eiger
 
Wieder war die Nacht sehr kalt, wieder unser Zelt total eingefroren. Nur gut, dass unsere Schlafausrüstung für diese Temperaturen gemacht war ... wieder waren wir das einzige Zelt auf dem Zeltlatz Camping Jungfrau.
Vom Zeltplatz aus liefen wir bis zum Bahnhof in Lauterbrunnen; von hier aus sollte der Zug zum Kleine Scheidegg fahren - hier wir sind kurz über Wengen.
Das Lauterbrunnental schlängelt sich bis weit nach hinten ... unser Zelt steht dort irgendwo ...
Die Fahrt geht weiter ... der Eiger liegt nun direkt vor uns.
Den Namen des Hotels kennt man auch vom Film "Nordwand": Bellevue des Alpes ... aber die wirklich geniale Aussicht hat man nur hier.
Die Nordwand des Eigers: 1800 Höhenmeter fest senkrecht abfallender Kalkstein, der mit Schnee und Eis bedeckt ist.
An der Station Eigergletscher steigen wir aus der Jungfraubahn: so viel Schnee hatten wir hier oben noch niemals. Ob unsere Idee wohl umsetzbar ist ... ???
Hier startet der Eigertrail und unsere Tour genauso: links vorn im Bild ist der Rotstock, und der Gipfel davon ist unser heutiges Tagesziel.
Am Eigertrail stand "geschlossen" und es war auch sofort offensichtlich, warum ... der Weg war zugeschneit und kaum erkennbar. Wir wollten es trotzdem probieren und machten uns auf dem Weg.

Macht euch keine Mühe, die Fenster der Jungfraubahn-Station "Nordwand" seht ihr auf diesem Bild nicht.
Der Blick rückwärts zum Kleine Scheidegg: irgendwo dort war auch das Schilthorn.
Hier mußten wir den Eigertrail verlassen, um zum Einstieg des Klettersteigs zu kommen. Uns verließ bereits hier der Glaube, überhaupt an den Klettersteig ran zu kommen, der Schnee türmte sich scheinbar meterhoch.
Die Leitern des Klettersteigs lagen in greifbarer Nähe ... aber der Fels blieb unerreichbar: schon Meter vor den Felsen blieb ich im hohen Schnee stecken und versank immer wieder bis zu den Hüften im kalten Weiß. Es schien aussichtslos, ich kam nicht vernünftig an die Felsen ran.
Wir versuchten es an verschiedenen Stellen ... mußten aber irgendwann erkennen ... dieses Jahr wird es nicht funktionieren. Wir werden den Klettersteig nicht erreichen. So wir brachen die Tour hier ab, leider.
Hier irgendwo muß der berühmte Hinterstoisser Quergang sein ...
Und für mich fast unvorstellbar ist die Durchsteigung der Wand. Aber genauso stand es ja heute schneebedingt um den Klettersteig, und den hatten wir vor 2 Jahren ja schon mal geschafft.
Zurück an der Bahnstation geniessen wir noch mal den Anblick des Berges ... rechts oben im Bild sieht man den Eigergletscher.
Der Eiger von der Bahn aus: deutlich sieht man den Rotstock rechts am Eiger.
Im Jungfraujoch, also im Tal zwischen dem Mönch und der Jungfrau ist das Sphinx-Observatorium gut zu erkennen.
Noch einmal ganz nah rangezoomt: die Westflanke und der Westgrat des Eigers.
Leider war unser Tagesziel heute nicht erreichbar, aber durch die vielen angenehmen Eindrücke fühlen wir uns trotzdem gut: wir sitzen wieder in der Bahn nach Wengen und Lauterbrunnen.
Und an diesem Abend erlebten wir die kältesten Momente unseres Urlaubs: das Thermometer fiel auf unter minus 5. Wir dichteten unser Zelt weiter ab und heizten den verbliebenen Raum mit 4,6kW Gas und 2kW Strom ausreichend auf.

Links zum Rotstock:
Mit den Bahnen kommt man problemlos bis an den Berg ran und hier oben kann man prima wandern: ein lohnenswertes Ausflugsziel, ob sich die Extratour bis aufs Jungfraujoch lohnt, muß jeder selbst entscheiden. Knapp 6km waren wir unterwegs, wir brauchten 4,5 Stunden für die kleine Tour.

zum 3. Tag: das Schilthorn und der Klettersteig Mürren-Gimmelwald
zum 5. Tag: Grindelwald First und Schynige Platte

zur Übersicht Schweiz 2009 / Details der Reise 2009

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