Tag 8: Rubjerg Knude Fyr
 
Nach einer kalten Nacht starteten wir wieder ohne Auto: bis zum Turm laufen, dass war das Ziel für diesen kalten Tag.

Vielleicht war es auch besser, ohne Auto zu starten ... der Weg aus dem Gebiet zum Kaufmann war verschneit und vereist.
Die Steilküste schien eingefroren ... nordisch kalt war es heute. Also genau so, wie ich es im Winter mag:-).

Vor Jahren standen hier Häuser, aber die Nordsee holt sich jedes Jahr weitere Meter ...
Dieses Jahr ist es extrem: Winter in Dänemark, man erkennt die Küste kaum wieder.
Im letzten Jahrzehnt holte sich das Meer hier Meter um Meter, so seit Hunderten von Jahren schon. Vielleicht ging es in den letzten Jahren etwas schneller.
Auf der Strecke Nørre Lyngby - Lønstrup kann man im Wald halten: von hier aus führt ein kleiner Weg direkt zum Strand. Es ist ein idealer Startpunkt für Wanderungen, egal ob zu Rubjerg Fyr oder Nørre Lyngby: einfach geradeaus kommt man zur grønnen Rende an der Steilküste.
Verlässt man den schützenden Wald, tobt der Wind an der Steilküste schnell und intensiv: Nordsee pur, genauso, wie ich es mag.
Rutschpartie auf dem Weg zum Fyr in Rubjerg Knude: man denkt, man ist auf dem Flachland, aber die Natur stellt hier alles auf dem Kopf.
Die Sonne steht im Februar tief, aber umso wärmer erscheint das Licht: unser Ziel ist das Fyr, der Leuchtturm bei Rubjerg Knude.
Bei intensiven Sonnenlicht ist der Anblick des Fyrs einfach wunderschön.
Steht man hier an einem windstillen Tag, ist es kaum vorstellbar, was hier passiert ist: bei Sturm stellt sich diese Frage nicht, dann sieht man den Sand treiben ...
Weit in das Landesinnere schiebt sich seit einigen Jahren eine Sandzunge voran.
Wir gingen weiter gen Nord in Richtung Maarup: es scheint, als wäre der Sand bald höher als der Turm ...
Die Maarup Kirke scheint eingefroren: nahe der Steilküste sichert gerade der eingefrorene Sand ein weiteres Abrutschen der Kirche.
Wird der Abbruch der Steilküste der Kirche nahekommen, wird diese abgetragen, haben die Dänen beschlossen: ich denke, in den nächsten 10 Jahren wird das ganz sicher passieren.

Wer mag, sollte die Kirche besuchen. Jetzt.
Nahe der Kirche steht eine kleine Info-Tafel, die gerade versandet: einige 100 Jahre Stabilität enden hier bald. Eigentlich unvorstellbar.

Aber es scheint unabwendbar. Wir sind nur kleine Steine im Getriebe der Welt.
Weiter in Richtung Lønstrup suchen wir nach einem passenden Weg zum Strand: es gibt dort Treppen, das wissen wir, nur wann werden wir die erste finden?
Kurz vor dem Hafen in Lønstrup führen uns Stufen zum Strand: vom Wind durchgeweht freuen wir uns, endlich wieder auf dem Rückweg zu sein.
Unten am Strand kann man viel einfacher und kraftsparender laufen.
Winter in Dänemark: das bedeutet für mich eben genau das - wunderschöne Ausflüge am Strand, die auch schon mal anstrengend lang werden können ... ich könnte hier einfach EWIG laufen.
Diese Nadel beobachte ich seit Jahren: alles wird weggespült, das Meer kennt keine Gnade - und trotzdem "überlebt" hier eine solche Zinne scheinbar alles.
An manchen Punkten wurde es am Strand ziemlich enge: aber dieses Jahr kamen wir prima und ohne nasse Füsse durch, da haben wir schon ganz anderes erlebt.
Unten am Strand kann man den Turm sehen: ein Bild, was man nur im Winter so sorgenfrei hat, im Sommer schafft es das Auto selten bis hier her.
Wann wird der Turm fallen?
Ein Winterspaziergang am Strand: der Sand ist leicht gefroren, wir kamen gut voran ... anstrengend wurde es nur durch die Länge der Tour.
Wir liefen weiter bis zur grønnen Rende, einer guten Aufstiegsmöglichkeit hier an der Steilküste.
Aber so schneebedeckt war der Weg hier noch nie: und so war der Weg nach oben ziemlich anstrengend ...
... aber so spürte man die Kälte nicht mehr ...
Auf dem Weg zum Haus wurde es wieder knackig nordisch kalt ... dafür hatten wir geniale Sicht und da nachher der Kamin für Wärme sorgen würde, war uns das kalte Wetter eigentlich egal ...
Der langsame Sonnenuntergang sorgte für tiefgelbes Licht.
Nur im Norden gibt es wohl solche Sonnenuntergänge: diesen erlebten wir heute aber besser im Haus, an der Steilküste wären wir vermutlich festgefroren ...
Wir parkten etwas südlich von Rubjerg Knude in einem kleinen Waldstückchen: von hier kann man prima spazieren gehen.

zum 7. Tag: Maarup Kirke und Tornby
zum 9. Tag: Skagen und Grenen

zur Übersicht Dänemark 2010 / Details der Reise 2010

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