Tag 4: zum Bødalsbreen
 
Nicht ganz synchron zum Wetter legten wir heute unsere Pause ein, eine große Strecke war also heute nicht möglich, gestern stiegen wir über 1000 Höhenmeter auf.

Endlich Sonne ... aber wir wußten, wir hatten nur ein kleines Zeitfenster mit gutem Wetter: also fiel die Wahl auf das Nachbartal, wir fuhren ins Lodalen, wollten zum Bødalsbreen.
Manno, das lockte ohne Ende: der Kattanakken und kurz rechts darüber Slingsby Varden - aber es gab nur eine kurze Regenpause, die lang geplante Tour bis hin zum Svartenibba würde nicht vernünftig gelingen ... sagten wir uns.
Und fuhren somit in Richtung Loen, stoppten auf einem Parkplatz kurz vor Loen mit Blick auf Skålatårnet. Man sieht das Hotel Alexandra links mittig im Bild, das als Startpunkt für den Skåla opp oder eine Hubschraubertour dienen kann.
Wir fuhren zum Bødalsseter hoch, wollten von dort aus zum Gletscher Bødalsbreen laufen.
Vom Parkplatz aus geht man ein knappes Stündchen bis zum Eisrand, die letzten Meter führen über eine der Endmoränen des Gletschers.
Heute war es angenehm warm ... aber in den Metern vor dem Eis wechselte das Klima: ein kalter Wind schlug uns wie eine Warnung entgegen - es ist nicht nur etwas Eis, es ist mächtig, das fühlt man hier ganz deutlich ...

Achtet das immer!
Am Eisrand seilten wir uns an, die Steigeisen wurden angelegt, wir stiegen wieder ohne Guide alleine ins Eis ein.
Trotzdem hielten wir uns an die abgesteckte Route, aber wir wollten bis zu den Eisfällen des Gletschers aufsteigen - vielleicht würden wir eine Spalte zum Klettern finden.
Weiter oben formten sich Gletscherspalten und Brücken deutlicher aus, wir waren in dem Abschnitt, in dem die "normalen", geführten Touren endeten.

Wir gingen etwas weiter.
Und kamen kurz danach im Gebiet der Eisfälle an, eben an der Abbruchkanke des Gletschers - an dem Punkt, an dem das Eis einfach abstürzt: wenn es vom Hauptgletscher weg ins tiefer gelegene Tal geschoben wird.
Aber genau in diesem Bereich findet man Unmengen an Spalten, in die man klettern kann: wir bauten einen Sicherungspunkt mit Eisschrauben und stiegen in eine der Spalten ab.
Hier konnte man ganz unten wieder stehen, aber ich hörte auch das Wasser unter den Füssen ... ein lebendiger Punkt des Gletschers.
Unweit brach wohl in der letzten Zeit ein großer Eisblock ab: wir mieden die Gletscherrände. Hier ist nichts von Ewigkeit.
Kurz neben einer Gletscherspalte: die Eisschrauben sind gesetzt, die Eisäxte sind mit Reepschnüre am Körper fixiert.

Und es geht los!
Wir stiegen wieder ins Tal abwärts, die Tagestour war wunderschön.
Wir erreichten die Eisgrenze unproblematisch und fragten uns auf dem Weg talwärts immer wieder, was wohl die Guides machen würden, falls einer ihrer Mannschaft stürzen würde ...
Am Gletschertor machten wir wieder Pause: unser warmes Mittag hatten wir schon oben auf dem Gletscher, jetzt genossen wir einfach noch die letzten Minuten des Tages.
Wahrscheinlich war es heute ziemlich warm; die Brücke des Fahrweges zurück ins Tal war geflutet.
Wir fuhren zurück ins Oldendal und nutzten die letzten Sonnenstunden für ... die Erkundung hoch oben ... in Bildmitte sieht man den Svartenibba, rechts den Kattanakken und oben rechts im Eis ... Slingsby Varden.

Einen Traum sollte man haben, und das Ziel dieses Jahres war ... eben die Tour rund um diese Berge, über das ewige Eis.
Route 1: vom Oldendal fährt man gut 36km, man schafft die Strecke auch in 40 Minuten, aber wir waren im Urlaub; in einer Stunde erreichten wir das Bødalsseter.

Route 2: die Gletschertour wurde nach einem Anmarsch zum Eis gestartet; wir waren insgesamt 11km unterwegs und brauchten für die gesamte Tour 6,5 Stunden.

Route 3: zurück ins Oldendal: wir waren noch einkaufen und brauchten somit extra Zeit:).

zum 3. Tag: der Storeskaret
zum 5. Tag: der Kyrkjenibba

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