Tag 6: das Schwarzhorn
 
Heute ... wollten wir mal nicht auf den Eiger, der Berg gegenüber war unser Ziel: das Schwarzhorn. Die Spitze des Eigers lag in dichten Wolken, ein bissel Sorgen machten wir uns schon, ob eventuell das Wetter kippen würde.
Wir fuhren mit der Firstbahn bis zur Endstation First auf 2168 Meter hoch: unterwegs auf der Strecke gibt es 2 Haltepunkte, die Bahn fährt fast 20 Minuten.
Von der Station First aus wollten wir zum Schwarzhorn laufen - der Gipfel liegt auf 2928m Meter Höhe, die Streckenbeschreibung sprach von knapp 3 Stunden Gehzeit - naja, ohne Klettersteig. Den wollten wir nehmen.
Man kommt am Murmeltiertal vorbei, aber wohl durch die fortgeschrittene Jahreszeit waren die alle eingefroren, wir haben keins zu Gesicht bekommen.
Am Berg "Schilt" kommt man vorbei, wenn man am Ende des Murmeltiertals weiter in Richtung Schwarzhorn läuft, immer noch auf der normalen Wanderstrecke. Erst wirkt der Berg Schilt riesengroß ... aber später vom Schwarzhorn aus, ist es nur noch ein kleiner Klecks.
Hier sind wohl Stücke des Kamms abgebrochen und ins Tal gestürzt - und genau in der entstandenen Lücke ist der Einstieg des Klettersteigs.
Irgendwann kamen wir am ausgeschilderten Punkt an, an dem der Kletterstieg ausgeschildert war: endlich weg vom Normalweg:-). Links oben im Bild seht ihr auch schon die Leitern ... im Steig. Das war unser Ziel.
Ok, die exponierten Stellen waren mit Leitern ausgebaut ... aber ein bissel klettern sollte schon noch bleiben, hofften wir.
Endlich am Kamm schauen wir nochmals rückwärts: Bahnstation First ist da irgendwo ... und der Eiger dahinter, leider ist die Spitze des Eigers total mit Wolken verhüllt.
Wir sind fast am Start des Klettersteigs angekommen und haben uns schon mal eingekleidet.
Das "Schilt" liegt jetzt bereits klein im Tal: wir sind gut voran gekommen.
Es geht los!
An der steilen Seite des Grates mußten wir am gesicherten Fels klettern, bis wir auf Höhe der Leitern zur Westseite (rechts) des Grates wechselten.
Seile waren vorhanden, wir kamen ohne Probleme nach oben.
Die Leitern waren etwas gewöhnungsbedürftig: ziemlich in der Mitte angeschlagen, federten die Enden der Leiter doch etwas durch.
Oben auf dem Grat waren nicht alle Eisenstangen besonders fest im Fels verankert, die eine oder andere war nur zu Kosmetikzwecken noch hier. Der See hinter uns liegt übrigens im Hühnertäli.
Entlang der Seile gingen wir weiter in Richtung Bergspitze.
Ab und an fehlten die Seile, da war meist ein paar Meter klettern angesagt. So kamen wir recht gut voran und waren bald in Gipfelnähe.
Am Gipfel fanden wir Nebel, Eis und Schnee - vielleicht etwas übertrieben, aber wir nahmen wieder mal unser Seil als Sicherung.
Der Gipfel aus etwas Entfernung: hier ist auch ein Schild von einem verunglückten Bergsteiger. Vielleicht war das mit dem Seil doch gar nicht so verkehrt;-).
Etwas neben dem Gipfel gabs was zu futtern - und einen Blick auf den wolkenverhüllten Eiger natürlich auch!
Doch, wir mußten uns wieder beeilen, dicke Wolken zogen heran und man mußte Regen befürchten.
Also wurde alles eingepackt, wir machten uns auf dem Weg ins Tal zurück.
Dort, bei den fehlenden Metern am Grat, startete unsere Tour: als Rückweg nahmen wir den Standard-Wanderweg.
Keine Murmeltiere: wir hatten jede Menge Gemsen um uns herum.
Unterhalb des Skiliftes angekommen, sahen wir dann, wie die Spitze des Schwarzhorns total in den Wolken verschwand. Wir hatten Glück und ja noch ganz gute Sicht auf dem Gipfel.
Kurz vor der Station First kamen dann sogar wieder einige Sonnenstrahlen durch und sahen wie Pfeile in Richtung Erde aus.
Ich stehe auf der Plattform hinter der Gaststätte der Station First: hinter mir ist der Mättenberg und der Eiger.
Wir fuhren wieder mit der Bahn nach Grindelwald zurück und waren ganz zufrieden, trocken die Tour bis zum Schwarzhorn geschafft zu haben. Die Tour ist technisch nicht sonderlich anspruchsvoll, aber ein paar Höhenmeter muß man schon bewältigen.
In Lauterbrunnen freuten wir uns dann auf unser Zelt: es gab ganz schweizertypisch Rösti zum Abend:-).
Ein Stück des Berges fuhren wir mit der Seilbahn, aber die interessanten Meter waren die ... am Seil:-) Wir starteten bei 2176 Höhenmetern und unsere Tour ging bis auf 2931m hoch - auf das Schwarzhorn. Die Strecke war 8,7km lang, wir haben 930 Höhenmeter aufwärts überwunden - die gleiche Strecke natürlich auch wieder bergab. Insgesamt haben wir 6 Stunden für die Strecke gebraucht.

zum 5. Tag: Trümmelbachfälle
zum 7. Tag: Jungfraujoch, Mönchsjochhütte und Eigertrail

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